Foto - Rahul Ranjit auf Unsplash

Ich hatte mich bereits 8 Monate im Voraus für das Auslandssemester angemeldet und angefangen mich darauf vorzubereiten. Aufgrund der vorlesungsfreien Zeit, wurde es am Ende dann aber doch stressig! (Tipp: Bafög mindestens 6 Monate eher beantragen, im gleichen Zeitraum sich um die Impfungen kümmern - vor allem Hepatitis.)

Die größte Hilfe war Victoria Waldhausen mit Ihren Sprechstunden, die Interessierten mit Rat und Tat zur Seite steht und den Kontakt zur Partner- Hochschule aufnimmt.

Über den Studiengang selbst habe ich mich direkt auf Srishtis Internetseite informiert: "http://srishti.ac.in". Die Seite gibt ein guten Überblick auf die in Shrishti ausgeübten Projekte. Aber auch der direkte Kontakt für alles Organisatorische ging reibungslos, die zuständigen Damen haben im Normalfall zügig geantwortet und waren eine echte Hilfe. Die Wohnungssuche hat Srishti übernommen, diese Senden jeden "Exchange-Student" in ein sogenanntes PG, "Paying Guesthouse". Dort habe ich mit einen Franzosen und vier Indern in einer WG gelebt. Das PG selbst ist alles andere als luxuriös, dort sollte man nicht allzu viel erwarten. In den ca. 100 Euro Miete (7300 Rupie) sind allerdings bereits Essen, Wäscherei und ein Putzdienst enthalten. Das PG ist in einer echt schönen Wohngegend in einem Vorort von Bangalore namens Yelahanka New Town, dieser ist allerdings eine Stunde Busfahrt vom Stadtkern entfernt, dafür nur 10 geh Minuten von Srishti selbst.

Srishti ist in mehreren Gebäuden untergebracht, klingt groß ist aber trotzdem sehr überschaubar. Auslandsstudenten Studieren in der Regel mit den dritt und viert Jahrgängern zusammen, die in einem eigenen Gebäude sind, oder besser gesagt einen Stockwerk. Schätzungsweise gibt es pro Jahrgang ca. 50 Grafik-Studenten und wir waren sechs "Exchange-Students". Der Unterricht findet komplett in Englisch statt, selbst die Indischen Srishti-Studenten unterhalten sich ganz selbstverständlich auf Englisch. Ein Verständnis Problem gab es aber trotzdem, die Akustik! Die ganzen Räume haben Glaswände die oben hin offen sind, die schlechte Akustik, das ständige Gemurmel aus den anderen Räumen und den anfangs teilweise etwas gewöhnungsbedürftige indische Akzent erschweren das Zuhören erheblich.

Srishtis Ausrüstung ist eher mager, es gibt etwas Video-Equipment für die Filmer, ein paar Rechner und ein Vorführ-Raum. Es gibt keinerlei Fotokamera-Equipment! Ein Laptop und eine eigene Kamera ist jedenfalls Pflicht. Die Kurse sind recht ähnlich wie an der FH Dortmund, ich hatte 2-Typografie Kurse, einen Du-kannst-hier-alles-machen-Kurs, einen Fotografie Kurs und Workshop sowie zwei Technikkurse (After Effects & Maya). Grade bei den Technikkursen war das Lern Tempo deutlich schneller. Prüfungen gibt es in dem Sinne keine, am Ende muss man nur seine gesamten Arbeiten präsentieren.

Bangalore´s Touristen-Zentrum ist nicht allzu Interessant, allerdings wer sich etwas abseits der Pfade bewegt kann viel interessantes Entdecken. Die vielen Märkte sind ein absolutes Highlight (Russel Market, rund um der Busstation Shivaji Nagar z.b.). Die Srishti-Leute sind Auslandsstudenten gewöhnt und gehen sehr offen mit einen um. Vor allem wenn man im PG Wohnen lebt lernt man viele Leute kennen. Es gibt ein zentrales Gebäudes wo alle die im PG-Leben Ihre Mahlzeiten einnehmen, der Perfekte Ort um Leute kennen zu Lernen.

Wie man von Indien erwartet, sind die Lebensunterhaltkosten sehr gering, allerdings neigt man automatisch dazu mehr zu kaufen. Ein Mittagessen in Yelahankas Restaurants kostet zwischen 0,30-2,00€, eine Flasche Old-Monk-Rum 1€ und ein Bus-Ticket in die Stadt 0,20 €. Ein wichtiger Tipp, den Ihr bereits vor Eintritt in Indien beherzigen solltet. Ihr erhaltet von Srishti ein Schreiben dass Ihr angenommen seid, auf diesem Schreiben steht das Ende des Semesters, dieses Datum ist auch gleichzeitig das Datum wo Ihr das Land verlassen müsst! Besonders wichtig ist dies für Leute die noch Reisen möchten nach dem Semester. Ebenso wichtig: Dieses Dokument benötigt man zum Einreisen, also unbedingt dabei haben.

Wer Bafög erhält, wird in Indien keine großartigen Probleme bekommen.

Fazit:

Ich war überrascht über das Niveau in Srishti. Viele Sachen waren dann aber doch entspannter als ich zunächst dachte. Da die Kurse hintereinander laufen und sehr kurz sind, hängt man sich stärker ran als bei uns, wodurch man automatisch sehr produktiv wird. Ich habe viele nette Menschen & Orte kennen gelernt und war sogar produktiv, daher ein klares: Daumen hoch. Trotzdem muss gesagt werden, dass Indien nichts für zimperliche Menschen ist. Man muss damit rechnen krank zu werden, ich selbst hatte 3 Lebensmittelvergiftungen und war deswegen 2 Tage im Krankenhaus. Ebenso die Hygienestandards mag für viele Leute ein Problem sein.

Srishti School of Art, Design and Technology - Bangalore, 2012 (Grafikdesign)

Ricardo Nunes